Entwicklung stärken

Die aktive Einbindung der lokalen Bevölkerung in die nachhaltige Entwicklung und das Management von Waldklimaprojekten sowie die gerechte Beteiligung an möglichen positiven Wirkungen sind nicht nur wichtige moralische Verpflichtungen, sondern auch essentiell für den langfristigen Projekterfolg. Ohne die Mitwirkung der Menschen, die in und von dem Wald leben, kann dieser nicht dauerhaft geschützt werden. Erfahrungen aus Waldschutzprojekten in der Vergangenheit haben gezeigt, dass - wenn sich die Bevölkerung vor Ort mit dem Projekt identifiziert - die Ziele einfacher und nachhaltiger umzusetzen sind. Lokale Opposition zu den Projekten kann hingegen schnell zu Konflikten führen, die die Wald- und Klimaschutzziele gefährden. 

Das Gebiet des Nationalparks Sierra del Lacandón war bereits in einigen Teilen besiedelt, bevor es 1990 unter Schutz gestellt wurde. Die Bevölkerung dieser Siedlungen hat demnach das Recht, weiterhin in der Region zu leben und in die Maßnahmen eingebunden zu werden. Positive Wirkungen für die lokale Bevölkerung sind ein wichtiges Ziel des Projekts und stellen zudem auch den dauerhaften Schutz des Waldes und den langfristigen Erfolg des Projektes Lacandón - Wälder sind Leben sicher. 

Die Einbindung der Gemeinden erfolgt auf vielfältige Weise: Grundlage der Zusammenarbeit mit den Gemeinden sind Kooperationsverträge zwischen den Bewohnern und der nationalen Schutzgebietsbehörde (CONAP), in denen die Gemeinden die verbrieften Nutzungsrechte für ihr Land im Park erhalten. Im Gegenzug verpflichten sie sich dazu, aktiv zum Waldschutz beizutragen und die Waldressourcen nachhaltig zu nutzen. Des Weiteren wird ein Prämiensystem entwickelt, dass aus einer Kombination von Zahlungen in Bargeld und Unterstützung mit Material (z.B. Setzlingen, Werkzeuge etc) sowie fachlicher Beratung besteht. Es entstehen Aufforstungs- und Regenerierungsflächen, durch deren nachhaltige Bewirtschaftung neue Einkommensquellen für die Menschen erschlossen werden (siehe Lokale Alternativen). Um die Umsetzung dieser wirtschaftlichen Aktivitäten als Alternativen zum Raubbau bis zur Vermarktung zu fördern, entsteht im Laufe des Projektes ein Mikrokreditsystem. Die Projektbeteiligten in den einzelnen Dörfern schließen sich in lokalen Gruppen zusammen, die im Rahmen des Projektes Fortbildungen erhalten, die ihnen ermöglichen, sich in Zukunft aktiv an der Projektentwicklung und -umsetzung zu beteiligen. Bei allen Aktivitäten sind eine transparente und offene Kommunikation sowie ein regelmäßiger Austausch mit den Gemeinden im Park sehr wichtig.

Aktuelle Fortschritte