Risikomanagement

Um Risiken managen zu können, müssen diese zunächst erst einmal identifiziert, analysiert und anschließend bewertet werden. Es ist daher wichtig zu beachten, dass das beste Management nutzlos sein kann, wenn

  • keine systemische Analyse vorausgegangen ist,
  • falsche Prioritäten gesetzt werden - durch unzureichendes Wissen oder Nichtwissen-Wollen und/oder
  • verursachte Risiken durch Verantwortliche nicht einbezogen werden (Risikopotenzial Mensch). 

Daneben gibt es heutzutage zusätzliche Anforderungen an ein Risikomanagement: Es muss mit neuen Unsicherheiten und einer gestiegenen Komplexität umgegangen werden. Global wirkende Faktoren verstärken sowohl die Intensität als auch die Verknüpfung von Risikoketten.

Für Guatemala und die Projektregion können diese global wirkenden Risiken bedeuten, dass mit einer Zunahme der Auswirkungen des Klimawandels zu rechnen ist. Dies könnte zum Beispiel eine extreme Trockenheit sein mit der Folge, dass sich die Gefahr für Waldbrände erhöht, die Überlebensfähigkeit von bestimmten Baumarten eingeschränkt und Aufforstungen erschwert werden. 

Daneben können aber auch sozioökonomische Risiken eine Rolle spielen. Preisschwankungen durch den Weltmarkt können den Absatz von den im Park angebauten Xate - Palmen gefährden, die für ein Einkommen der Bevölkerung sorgen. 

Neben den globalen Risiken kommen die lokalen Risiken hinzu, wie zum Beispiel ein möglicher, unerwartet starker Bevölkerungsanstieg im Park. Der Ansatz, der von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (siehe Partner) in Kooperation mit dem Projekt erarbeitet wird, sieht vor, durch eine Dokumentationssystematik und Informationsablage das Parkmanagement und die Ranger bei der frühzeitigen Erkennung von lokalen also auch globalen Risiken zu unterstützen. Methodisch gliedert sich der Ansatz in drei Arbeitsfelder, in denen folgende Ergebnisse erarbeitet werden: 

  1. Aufbauend auf das bestehende Naturschutzmanagementsystem (Open Standards for the Practise of Conservation) wird gemeinsam eine detaillierte Risikoidentifizierung und Bewertung durchgeführt und die Dokumentationssystematik erstellt. 
  2. Weiterhin beziehen wir räumliche Daten in die Risikoanalyse mit ein. Auf der Grundlage von erarbeiteten Risikolandkarten sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie verschiedene Faktoren miteinander zusammenhängen (z.B. Bevölkerungsdichte und Landumwandlung). 
  3. Ein fortlaufend ergänzter Risikokatalog aus ähnlichen Projekten soll als Checkliste für das Projekt dienen.

Aktuelle Fortschritte